Kultur
Wie Australien entstanden ist
von Australien am 13 Jun. 2010, unter Geschichte, Kultur
Vor ungefähr 65 Millionen Jahren brach Australien vom riesigen Superkontinent konnte Gondwanaland ab begann die langsame Wanderungen zu seinem geschiedenen Platz im südlichen indischen und pazifischen Ozean. Es war schon damals geologisch uralt. Einige Formationen an der Nordwestküste war mit über 3 Milliarden Jahren zu den ältesten des Planeten. 3,4 Milliarden Jahre alte Felsen, die man nahe der entlegenen Stadt Marbel Bar, enthalten Stromatoliten, primitive blaugrüne Algen, die als ältester Lebensform der Erde gelten. Spuren im roten Sandstein des Kalbarri Nationalpark in Western Australia stammen von 2 m langen amphibischen Skorpionen und auch längeren Wasser-Hudertfüßlern, die vor ca 420 Millionen Jahren an Land kamen. Das Fossil eines 1,52 Zentimeter langen, einer Schabe ähnlichen Tieren namens Kalbarria, das man in der Nähe fand, ist bei weitem das älteste seiner Art und vielleicht Ahne aller Insekten.
Wind und Regen erodierten im Laufe der Jahrmillionen einst turmhohe Berge zu Höckern. Australien ist heute der flachste aller Kontinente. Die signifikanteste Bergkette ist die Great Diving Range, die sich an der Ostküste von Victorias Grampian Ranges zu den Bergen im Norden Queenslands zieht. Zu dieser Kette gehört der höchste Punkt des Kontinents, Mount Kosciuszko (2230 Meter) in New South Wales. Westlich des Gebirgszugs bis zum indischen Ozean ist der ganze Kontinent flach. Ausnahmen sind die Flinders Ranges in South Australia, die felsigen Berge von Western Australias zerklüftetem Nordwesten und die weltberühmte Felsformation Uluru und Kata Tjuta (beziehungsweise Ayers Rock und Olgas). Auch wenn es hier und da Anzeichen seismischer Aktivität gibt, am bemerkenswertesten war ein Erdbeben der Stärke 5,9 auf der Richterskala nahe Newcastle, New South Wales, im Jahr 1989, gehört Australien zu den seismisch stabilsten Landmassen. Geologisch gesehen, sind die Prozesse in Australien abgeschlossen.
Der größte und einzige schiffbare Fluss ist der Murray-Darling, der über 2655 Kilometer von den Bergen Victorias zur Küste von South Australia durch vier Bundesstaaten fließt. Er bewässert ein Siebtel des Kontinents und die fruchtbarsten Bereiche des Ackerlandes. Obwohl das Outback rau und trocken ist, liegt es doch auf dem Great Artesian Basin, einer riesigen Wasserquelle, wie Australiens Schafe und Rinder versorgt.
Bodenschätze
Die wankelmütige Geologie ließ Australien allein in einer der abgeschiedenen Ecken der Erde, und noch dazu zu großen Teilen unbewohnbar, doch sie hat diese Unbequemlichkeiten mehr als wettgemacht, indem sie das Land zu einem wahren Schatzkästlein an Edelmetallen, Kohle, Erdgas, Diamanten, Uran und Opalen machte.
Der berühmte Goldrausch in Victoria in den 50erJahren des 19. Jahrhunderts veränderte das Gesicht des Landes für immer. Von Gold angelockt, strömten zehntausende von Schürfern aus der ganzen Welt nach Australien. Manche fanden riesige Mengen, die meisten jedoch nichts, doch sie blieben gegründeten Familien, Farmen, Geschäfte und Städte. Dem Goldrausch Victorias folgten Funde in Western Australia und Queensland. Bis heute ist Australien eine der reichsten Goldstätten mit einer Jahresproduktion von über 200 Tonnen.
Viel davon kommt aus Tagebau-Minen in Western Australia, Nord-Queensland und der abgeschiedenen Tanami Desert in Northern Territory. Die Super Pit Minen nahe Kalgoorlie in Western Australia gehört zu den weltweit größten Goldminen mit einer Jahresproduktion von über 800000 Unzen (22676 kg). Man plant, sie auf über eine Million Unzen zu steigern. Die Mine kann auf Führungen besichtigt werden.
1883 stolperte ein Cowboy in Broken Hill im äußersten Westen von New South Wales über den größten je gefundenen Erzgang (mehr als 7 km lang) mit Silber-, Blei- und Zinkvorkommen. Dieser einzelne Klotz enthielt mehr als 280 Tonnen Metall. Australiens größte Bergwerksunternehmen schöpfen die Ressourcen noch immer aus. Die fröhliche alte Bergbaustadt mit schönen Pubs und großartiger Architektur ist bei Touristen, Künstlern und Filmcrews beliebt, die im klaren Wüstenlicht Werbespots und Filme drehen. Es gibt Führungen durch zwei Minen unter der Erde und für Klaustrophobe eine nachgebaute Mine in der Stadt.
Mount Isa im Nordwesten Queenslands ist eine weitere Lagerstätte von Silber, Blei, Zink und Kupfer, die seit 1923 abgebaut wird. Besucher können auch hier unter der Erde gehen. Noch unberührt sind weitere Zinkressourcen etwa 320 Kilometer nordwestlich von Mount Isa.
South Australia machte sein erstes Vermögen mit Kupfer, das man in Kapunda, Burra und um die Halbinsel York fand. Später entdeckte man in der riesigen Olympic Dam Mine in der Wüste von South Australia so große Kupfer- und Uranlager, das der Abbau noch mehrere hundert Jahre fortgesetzt werden könnten. Auch hier können Touristen die Mine besichtigen.
Coober Pedy am Stuart Highway, etwa acht Autostunden (850 km) von Adelaide, fördert fast 85 Prozent aller Opale weltweit. Läden verkaufen Opale, Führungen durch die Abbaufelder werden arrangiert, und wenn man will, kann man sich eine Erlaubnis einholen und selber graben.
Western Australia ist wahrscheinlich die mineralienhaltigste Zone der Welt, mit riesigen Vorkommen an Gold, Nickel und Mineralsand. Das eisenreiche Pilbara macht Australien zu einem der größten Eisenerzexporteure weltweit. Die Argyle Diamond Mine in der Kimberly- Region ist die größte Diamantenmine der Welt. Sie produziert über 35 Millionen Karat im Jahr, mehr als ein Drittel der Weltproduktion, darunter fast alle der sehr seltenen rosa n in Antwerpen schon malDiamanten, die in den Handelsräume eine Million Dollar pro Karat einbringen. In Kununurra, 192 Kilometer nördlich der Mine, werden Führungen organisiert.
Der Meeresboden vor der Küste von Western Australia ist Heimat unzähliger Perlenaustern. Der historische Perlenfischerhafen Broome, heute beliebter Ferienort, ist das Zentrum einer modernen Perlenindustrie mit einem Jahresumsatz von 164 Millionen Australische Dollar. In dem türkisen Wasser der Timorsee vor Australiens Nordwestküste gibt es Sandsteinformationen mit Milliarden Kubikmeter Erdgas.
In den felsigen Gebirgsketten der einsamen Pilbara-Region in Western Australia, etwa 1600 Kilometer nördlich von Perth, gibt es einige der weltweit größten Eisenminen. Sie produzieren jährlich 120 Millionen Tonnen Eisen, das von den längsten Güterzügen der Welt (bis zu 1,6 km lang) zu den Häfen von Port Hedland und Karratha transportiert wird. Wie fast alle Bergbaustätten Australiens kann man auch diese besuchen, doch für die meisten Touristen liegen sie zu weit ab.
New South Wales und Queensland haben große Kohleflöze, von hoher Qualität und in bequemer Nähe zu den Küsten, was zu Australiens Status als weltweit größter Exporteur von aus dem Meer gewonnener Kohle beiträgt.
Unter den sturmtosten Gewässern der südlichen Küste Victorias liegt das riesige Bass-Strait-Ölfeld. In Tasmanien gibt es Zink-, Gold-, Zinn-, und Kupferlager. Einige der weltweit reichhaltigsten Ablagerungen von Bauxit (für die Herstellung von Aluminium) liegen nahe Weipa auf der Halbinsel Cape York am Golf von Carpentaria, nur ein Kilometer von der Stelle entfernt, wo die ersten Holländer das Land als unfruchtbar abtaten.
Kultur der Aborigines – Die Ureinwohner Australiens
von Australien am 13 Jun. 2010, unter Geschichte, Kultur
Als die Europäer im 18. Jahrhundert Australien besiedelten, waren die rund 750.000 Aborigines keineswegs eine homogene Rasse. Sie besaßen etwa 250 Sprachen, ihre Lebensart variierte von Gebiet zu Gebiet. Stämme wie die Tiwi an der Nordküste pflegten sehr intensive Kontakte zu Indonesien, so dass sich die Kultur wesentlich von derjenigen der isolierten Pitjantjatjaras in der Wüste Zentralaustraliens oder der Kooris im Südosten unterschied. Dennoch gibt es gemeinsame Züge im Leben der Ureinwohner, die sie über die Jahrhunderte bis heute in ihrern Traditionen bewahrt haben.
Traditionelle Lebensweise der Aborigines
Tausende von Jahren waren die Aborigines Jäger und Nomaden. Sie benutzten leichtes Werkzeug wie den Bumerang und bauten Hütten aus Lehm. Die Notwendigkeit weiterzuziehen ergab sich aus den Gegebenheiten der Region. So waren Menschen in Gegenden mit genügend Nahrung und Wasser sesshafter als jene, in deren Gegend es daran mangelte. Da die Ureinwohner meist in Gruppen lebten, splitterten sich die Völker bald im Klans mit unterschiedlichen Sprachen und Bräuchen auf. Leute mit gleicher Sprache schlossen sich in Kernfamilien zusammen, meist Mann, Frau, Kinder und vielleicht einige Freunde, um gemeinsam das tägliche Leben meistern zu können. Von Zeit zu Zeit trafen sich die Gruppen zu religiösen Zeremonien, Hochzeiten und zur Beilegung von Streitigkeiten. Der Handel spielte eine herausragende Rolle. Holz, Ockerfarben und Muscheln waren nur einige der Güter, die an den Handelsstraßen im ganzen Land getauscht wurden. Als englische Siedler weite Teile des Landes für sich beanspruchten, fand das Nomadenleben weitgehend ein Ende. Andere Bereiche ihrer traditionellen Lebensweise konnten sich die Aborigines jedoch bewahren. So genießen die Alten großen Respekt. Sie sind verantwortlich für den Fortbestand der Gesetze und die Bestrafung derer, die sie brechen oder die Geheimnisse alter Rituale preisgeben. Diese sind Teil des Glaubens, den die Aborigines “Traumzeit” nennen.
Traumzeit
Gesetze und Glaube der Aborigines sind von der Traumzeit geprägt. Sie basiert auf der Mythologie ihrer Schöpfungsgeschichte. Riesige Schlangen, uhrväterliche Schöpferwesen, sollen sich aus dem Erdinneren erhoben und auf Traumzeit-Wanderungen Täler, Flüsse und Berge erschaffen haben. Andere Ahnen ließen Sonne und Regen entstehen, den Menschen und die freie Natur. Orte, von denen man annahm, dass Vorfahren hier aus der Erde gekommen seien, sind heilig und Stätten für Zeremonien und Rituale. Der Glaube an die Traumzeit ist im wesentlichen eine religiöse Vorstellung und stellt die Lebensbasis der Aborigines dar. Sie glauben an eine sterbliche und eine unsterbliche Seele, die sich beide mit ihrer totemistischen Vorfahren verbunden fühlen. Jeder Familienklan führt seine Ursprungs auf die gleichen Ahnen zurück. Diese beschützen die Menschen, schicken aber Unheil, wenn sie verstimmt sind. So müssen einige Klanmitglieder über die heiligen Stätten wachen. Bei der Verletzung dieser Pflicht kommt es zu schweren Bestrafungen. Jeder Traumzeit-Geschichte bezieht sich auf eine Landschaft. Wenn zwei Landschaften aneinandergrenzen, bilden diese Geschichten Markierungslinien. Über diese können die Stämme Kontakt miteinander aufnehmen, da solche Linien den gesamten australischen Kontinent überziehen.
Tanz und Musik der Aborigines
Die Gesänge der Aborigines, die Geschichten über die Traumzeit-Ahnen erzählen, sind Bestandteil der Geisterverehrung. Oft sind die Worte unverständlich, da viele dieser Ahnengeschichten ein Geheimnis bergen. Als Begleitinstrument dient das Didgeridoo, ein etwa ein Meter langes, tief klingendes Blasinstrument. Auch der Tanz dient als Mittel zur Kontaktaufnahme mit den Ahnen. Heute erfährt der Tanz der Aborigines eine Renaissance, wobei sich traditionelle Elemente mit modernen mischen.
Neue Probleme
Obwohl heute nur wenige Ureinwohner als Nomadenleben, pflegen sie die Zeremonien, Schöpfungsgeschichten Kunst weiterhin als wichtige Bestandteile ihrer Kultur. Das Recht auf eigenes Land war lange eine ihrer wichtigsten Forderungen. Sie fühlen sich verantwortlich für das Land, das ihnen bei seiner Entstehung anvertraut wurde. Der Land Rights Act von 1976 trug zur Verbesserung der Lage bei. Es wurden Aboriginal Land Councils eingesetzt, die als Vermittler zwischen Regierung und Ureinwohnern fungierten. Wo Aboriginal-Rechte festgeschrieben sind, kann Land nicht verändert werden. In Gebieten mit einem großen Anteil an Aborigines gilt laut Regierung das moderne Gesetz neben dem Gesetz der Aborigines. So kann ein Gericht bei einem Aboriginal-Verbrecher Stammesrecht anwenden. Oft ist es grausam, erlaubt aber den Aborigines, nach ihrem eigenen Rechtssystem zu leben. Das Interesse an der Kunst der Aborigines hängt mit der neuerdings positiveren Einstellung der Australier zur Kultur der Urbevölkerung zusammen. Künstler wie Emily Kame Kngwarreye verbinden traditionelle Smart real wie Baumrinde und Ockerfarben mit Acrylfarben und Leinwand und öffnen damit die Traumzeit-Geschichten einer zeitgenössischen Interpretation.
Viele Aborigines leben heute in Städten, bleiben aber isolierte Fremde und suchen oft unter ihresgleichen Anschluss. Innerhalb des Landes der Aborigines gehen viele noch ihren medizinischen Praktiken nach und vollziehen traditionelle Rituale. Alle Bemühungen zum Trotz sind die Aborigines in Australien nach wie vor benachteiligt, vor allem im Hinblick auf Wohnung, Gesundheit und Erziehung. Aber das wachsende Interesse an ihrer Kultur und Tradition führt allmählich einer harmonischeren Koexistenz.

